Steuern & Makro

Abgeltungssteuer Rechner 2025

Kapitalerträge werden in Deutschland mit der Abgeltungssteuer besteuert - pauschal 25% plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Doch es gibt viele Möglichkeiten, Steuern zu sparen: Sparer-Pauschbetrag, Teilfreistellung bei ETFs, Verlustverrechnung. Dieser Rechner zeigt dir nicht nur die Steuerlast, sondern auch Optimierungspotenziale.

Interaktiver Rechner

Die Formel

Abgeltungssteuer = (Kapitalertrag - Sparer-Pauschbetrag - Verluste) × 25% × 1,055 (Soli) × (1 + Kirchensteuersatz)

Warum ist das wichtig?

Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000€ (2.000€ für Ehepaare) ist "use it or lose it" - nicht genutzte Freibeträge verfallen am Jahresende. Bei 5% Rendite kannst du bis zu 20.000€ (40.000€ als Paar) steuerfrei anlegen!

Beispielrechnung

Bei 8.000€ Kapitalerträgen und 1.000€ Pauschbetrag zahlst du auf 7.000€ 25% = 1.750€ Abgeltungssteuer plus 96,25€ Soli = 1.846,25€. Ohne Pauschbetrag wären es 2.110€ - du sparst 263,75€!

Abgeltungssteuer: Alles über die Steuer auf Kapitalerträge

Seit 2009 werden Kapitalerträge in Deutschland mit der Abgeltungssteuer besteuert. Das System ist einfach: Egal wie hoch dein persönlicher Steuersatz ist - auf Kapitalerträge zahlst du pauschal 25%. Das kann für Gutverdiener ein Vorteil sein (statt 42% Einkommensteuer), für Geringverdiener aber ein Nachteil (statt 0% oder 14%).

Wie hoch ist die Abgeltungssteuer wirklich?

Die 25% sind nur der Anfang. Die Gesamtbelastung ist höher:

Steuerkomponente Satz Berechnung
Abgeltungssteuer 25,00% Auf den Kapitalertrag
Solidaritätszuschlag 5,5% Von der Abgeltungssteuer = 1,375%
Kirchensteuer (optional) 8% oder 9% Von der Abgeltungssteuer = 2-2,25%
Gesamt (ohne Kirchensteuer) 26,375% 25% + 1,375%

Sparer-Pauschbetrag: Dein Steuerfreibetrag

Der Sparer-Pauschbetrag ist ein Freibetrag für Kapitalerträge. Das bedeutet: Die ersten 1.000€ (2.000€ für Ehepaare) Gewinne sind komplett steuerfrei!

Single

1.000€ Sparer-Pauschbetag
Bei 5% Rendite: 20.000€ Anlagevolumen steuerfrei
Ersparnis: ~264€ Steuern pro Jahr

Ehepaar

2.000€ Sparer-Pauschbetag
Bei 5% Rendite: 40.000€ Anlagevolumen steuerfrei
Ersparnis: ~528€ Steuern pro Jahr

Wichtig: Du musst den Freistellungsauftrag aktiv bei deiner Bank beantragen! Ohne Antrag wird die Steuer automatisch abgeführt, auch wenn du unter dem Freibetrag bleibst. Nicht genutzte Freibeträge verfallen am Jahresende.

Teilfreistellung: ETFs sind steuerbegünstigt

Bei bestimmten Anlagen musst du nicht den vollen Gewinn versteuern:

  • Aktien-ETFs: 30% der Erträge sind steuerfrei (du versteuerst nur 70%)
  • Immobilien-ETFs: 60% der Erträge sind steuerfrei (du versteuerst nur 40%)
  • Aktien (Einzelaktien): Keine Teilfreistellung (100% versteuern)

Beispiel: Bei einem Aktien-ETF-Gewinn von 1.000€ werden nur 700€ versteuert. Das spart 79,13€ Steuern (26,375% von 300€).

Verlustverrechnung: Steuern sparen mit Verlusten

Verluste können mit Gewinnen verrechnet werden, um die Steuerlast zu reduzieren:

  • Aktienverluste mit Aktiengewinnen: Unbegrenzt verrechenbar (gleiche Art)
  • Aktienverluste mit anderen Erträgen: Maximal 20.000€ pro Jahr
  • Nicht verrechnete Verluste: Werden ins nächste Jahr übertragen

Tipp: Verkaufe Verlustpositionen vor Jahresende, um Gewinne auszugleichen (Tax Loss Harvesting). Aber beachte: Wenn du innerhalb von 30 Tagen wieder denselben Titel kaufst, greift die Wash-Sale-Regel.

Steuer-Optimierungsstrategien

So minimierst du deine Abgeltungssteuer:

  1. Freistellungsauftrag nutzen: Beantrage 1.000€ (bzw. 2.000€) bei deiner Bank
  2. Mehrere Depots optimieren: Verteile den Freibetrag auf mehrere Banken
  3. ETFs bevorzugen: Nutze die 30% Teilfreistellung bei Aktien-ETFs
  4. Verluste realisieren: Verkaufe Verlustpositionen vor Jahresende
  5. Thesaurierer prüfen: Steuerstundung durch ausschüttungsgleiche Erträge
  6. Ehepaar-Optimierung: Nutze 2.000€ Freibetrag gemeinsam

Abgeltungssteuer vs. persönlicher Steuersatz

Die pauschale Abgeltungssteuer kann ein Vorteil oder Nachteil sein:

Vorteil: Gutverdiener

Bei 42% Einkommensteuer zahlst du auf Kapitalerträge nur 26,375%. Das spart 15,625% Steuern! Bei 10.000€ Gewinn sind das 1.562,50€ Ersparnis.

Nachteil: Geringverdiener

Bei 0% oder 14% Einkommensteuer zahlst du trotzdem 26,375% auf Kapitalerträge. Hier wäre die Besteuerung mit dem persönlichen Steuersatz günstiger.

Günstigerprüfung: In der Steuererklärung prüft das Finanzamt automatisch, ob die Abgeltungssteuer oder der persönliche Steuersatz günstiger ist. Wenn dein persönlicher Satz niedriger ist, bekommst du die Differenz zurück.

Fazit: Steuern sind unvermeidbar, aber optimierbar

Die Abgeltungssteuer ist einfach und transparent. Mit dem Sparer-Pauschbetrag, der Teilfreistellung und der Verlustverrechnung gibt es genug Möglichkeiten, die Steuerlast zu optimieren. Der Schlüssel ist: Aktiv werden - Freistellungsauftrag beantragen, Verluste nutzen, ETFs bevorzugen!

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Häufige Fragen (FAQ)

Was genau ist die Abgeltungssteuer?

Die Abgeltungssteuer ist eine pauschale Steuer auf Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne). Sie beträgt 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5% von 25% = 1,375%) und ggf. Kirchensteuer. Insgesamt also ca. 26,375% (ohne Kirchensteuer).

Was ist der Sparer-Pauschbetrag und wie nutze ich ihn?

2025 beträgt er 1.000€ für Singles und 2.000€ für Ehepaare. Du musst bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag erteilen, damit die ersten 1.000€ Gewinne steuerfrei bleiben. Nicht beantragte Freibeträge verfallen am Jahresende!

Was ist die Teilfreistellung bei ETFs?

Bei Aktien-ETFs sind 30% der Erträge steuerfrei (Teilfreistellung). Du zahlst also nur auf 70% der Gewinne Steuern. Bei einem Gewinn von 1.000€ werden nur 700€ versteuert. Bei Immobilien-ETFs sind sogar 60% steuerfrei!

Wie funktioniert die Verlustverrechnung?

Verluste aus Aktienverkäufen können mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden (gleiche Art). Verluste aus Aktien können auch mit Gewinnen aus anderen Kapitalerträgen (Zinsen, Dividenden) verrechnet werden, aber nur bis zu 20.000€ pro Jahr. Nicht verrechnete Verluste werden ins nächste Jahr übertragen.

Muss ich Abgeltungssteuer selbst deklarieren?

Nein, die Bank führt die Steuer automatisch ab und überweist sie ans Finanzamt. Du musst nichts deklarieren, es sei denn, du hast mehrere Depots oder möchte Verluste geltend machen. Dann geht es über die Steuererklärung (Anlage KAP).

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